Herman - der Unvoreingenommene
von Martin Frey
Die Anordnung
Am Stuhl befinden sich zwei Lautsprecher. Diese sind mit zwei Aluminiumstangen an der Rückenlehne befestigt. Sie sind beidseitig - links und rechts in Kopfhöhe einer sitzenden Person positioniert.
Sie sehen aus wie typische Lautsprecher: Das Gehäuse hat eine sendertypische Form (stumpfer Kegel), die Vorderseiten sind mit Stoff bespannt und zudem in Richtung der Mitte des Stuhles ausgerichtet (ähnlich einem überdimensionierten Kopfhörer). So rechnet man damit, dass es "etwas zu hören" gibt, wenn man sich auf dem Stuhl niederlässt.
Das Verhalten
Im Moment des Hinsetzens startet das System. Es ertönen zwei verschiedene Stimmen, die unterschiedliche "Texte" sprechen. Die eine erklingt aus dem linken, die andere aus dem rechten Lautsprecher. Die Inhalte beider Texte befassen sich mit dem geichen Thema, repräsentieren jedoch gegensätzliche Meinungen ("Pro und Kontra"; im allgemeinen sehr "schwarz-weiss-malerisch"). Das Thema könnte z.B. "Todesstrafe" oder "Genmanipulation" sein.
Wenn man sich aufrecht auf den Stuhl setzt, kann man beide Stimmen hören - leise aber verständlich. Es ist möglich, beiden Inhalten zu folgen (es wird langsam gesprochen und die Sätze sind kurz und einfach). Nun ist es sehr wahrscheinlich, dass die Person versuchen wird, ihren Kopf und damit das entsprechende Ohr auf eine Seite in die Nähe eines Lautspreches zu bewegen, um nur dieser Stimme zuzuhören.
Dabei wird die Stimme aus diesem Lautsprecher jedoch leiser, bis sie nicht mehr verständlich ist. Die Stimme aus der gegenüberliegenden Richtung wird dabei etwas lauter um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen - jedoch nicht laut genug um richtig verständlich zu sein.
Die Lautstärkeänderung verhält sich auf beiden Seiten gleich. So kann man dem Inhalt nur folgen, wenn man beide Stimmen und somit beide Meinungen hört...
Sobald die Person aufsteht, hält der Ton an. Eine andere Person kann nun ihre Erfahrung mit "Herman - dem Unvoreingenommenen" machen.
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