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KOSHER

von Philipp Eibach und Carlo Jörges

Die ausführliche Dokumentation des Projektes als PDF lässt sich hier herunterladen.


Konzept

Grundgedanke des Projektes KOSHER ist es, wichtige sakrale Objekte der jüdischen Religion in den digitalen Raum zu überführen. Im Sinne einer Anpassung an das digitale Zeitalter werden somit auch die jüdischen Gebote und Regelwerke an dem derzeit technologischen Stand neu ausgerichtet. Bei den Objekten handelt es sich dabei um eine so genannte Mezuzah und um die Tefellin.
Beide spielen eine wichtige Rolle in der Ausübung und Begründung des jüdischen Glaubens.

Die Mezuzah hat eine tradierte symbolische Funktion als Erinnerungssymbol und Schutz an der Tür von jüdischen Räumen und Wohnungen. In der heutigen digitalen Zeit kann zweifellos auch das Internet als eigener (virtueller) Raum und der Computer als Tür dazu verstanden werden. Der Intention einer Mezuzah folgend, sollte somit auch für diesen Raum ein angemessener Schutz zur Verfügung stehen.

Die Tefellin sind ein von der Tora gebotenes Zeichen an Hand und Kopf, das zu den täglichen Gebeten getragen wird. Im Rahmen des Projektes werden die Tefillin mit der digitalen Mezuzah verbunden, wodurch es möglich wird, aktuelle jüdische Feiertage und Gebete auf den Tefillin anzuzeigen.

Das Projekt KOSHER wirft somit die Fragestellung auf, inwieweit sich die Glaubensriten des Judentums in das moderne Informationszeitalter übertragen lassen.


Umsetzung

Das Projekt basiert auf zwei Arduino-Boards, die mittels Easy-Radio-Modulen miteinander über Funk kommunizieren. Die Mezuzah ist über den USB Port mit dem Rechner verbunden. Die in Java geschriebene Steuer-Software ist damit in der Lage, die LED-Anzeige des Tefellin zu steuern. Die Prüfung auf koschere bzw. nicht-koschere Inhalte im Datenverkehr des persönlichen Computers wird mittels eines Paket-Sniffers durchgeführt, der in die Steuer-Software integriert ist. Der Sniffer durchsucht alle Pakete, die von dem Rechner aus dem Internet empfangen oder gesendet werden auf kritische Wörter. Falls solche gefunden werden, verschickt die Software entsprechende Steuersignale an Mezuzah und Tefellin.

Gleichzeitig überprüft die Steuer-Software ob der jeweilige Tag ein jüdischer Feiertag ist. Ist das der Fall, so wird dies ebenfalls auf dem Tefillin angezeigt. Hier wäre es darüber hinaus denkbar, den Start des Betriebssystem zu blockieren, da es nach den jüdischen Geboten an solchen Tagen untersagt ist, zu arbeiten..