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VENA AMORIS
another wedding band

a project by Marion R. Wagner

Kontext
"Vena Amoris" beschäftigt sich mit dem Phänomen des Eheringes und dem Konstrukt der Heirat im Kontext des Themas "Implants, wearables and prostheses " im Sommersemester 2007 in der Klasse für Gestalten mit digitalen Medien an der Universität der Künste Berlin.
Das Objekt Ehering wurde erneut überdacht, im Sinne einer Bedeutungsverschiebung (semantisch), die sich durch eine veränderte Funktionalität ergibt.

Vision
Die Idee zu "Vena Amoris" geht auf eine antike Geschichte/ Legende zurück, die besagt, daß vom linken Ringfinger eine Vene, die Vena Amoris, direkt zum Herzen führt.
Eigentlich verschenkt man sein Herz nicht erst, wenn man heiratet. Der Akt der Heirat ist ein Zeichen nach Aussen, an die Öffentlichkeit. Warum aber soll man seine Liebe, bzw. den Ehering nur nach Aussen hin zeigen? Ist es nicht auch wichtig, sich an den Moment zu erinnern, an dem man sein Herz aus guten Gründen an einen anderen Menschen verschenkt hat?
"Vena Amoris" verschiebt die Bedeutung eher ins Private. Im Inneren des Ringes wird der Herzschlag des Partners "aufgehoben". Wenn man die Hand an das Ohr hält (eine natürliche Geste, um Ruhe zu schaffen) kann man das Pochen im Rhytmus des Herzens des/der Liebsten höhren. Ein intimer Moment. Eine Geste, die die Bedeutung des Ringes von einer offensichtlichen, öffentlichen zu einer privaten, intimen macht... im Sinne des romantischen Phänomens.

Formgebung
Die Ringe sind aus Wüsteneisenholz gearbeitet. Ein Baum, der ausschliesslich in der Wüste Arizonas/ Mexikos wächst, und in dessen Krone bis zu zweihundert andere Tier- und Pflanzenarten leben.
Im Gegensatz zu einem Edelmetall, oder einem Diamanten, der die Illusion der Unzerstörbarkeit in sich birgt, trifft das Material Holz eine andere Aussage. Es scheint robust, aber nicht unzerstörbar – ähnlich einer Beziehung zweier Liebender.

Technik
"Vena Amoris" kommt mit rein mechanischer Technik aus. Der Betrieb wird durch kinetische Energiegewinnung sichgestellt. Im Inneren der Ringes befindet sich ein winziger Hohlraum, in dem ein Pendel, im Rhytmus des Herzschlags, an die Aussenwand des Ringes schlägt, und ein leises Pochen erzeugt. Diese Pochen überlagert sich mit dem Phänomen der akustischen Säule, die entsteht wenn man die Hand ans Ohr hält (bekannt durch das "Meeresrauschen in der Muschel").

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Historie
Die ältesten bekannten Ringe haben ein Alter von mehr als 21.000 Jahren (wie zum Beispiel die Fingerringe aus Mammutelfenbein; Fundort: Pavlov in Tschechien). Ringe waren nicht nur als Schmuck gebräuchlich, sondern stellten auch Wertobjekte dar, die als Tausch- und Zahlungsmittel dienen konnten. Dieses Ringgeld zählt zu den vormünzlichen Zahlungsmitteln und gehört in den Bereich des Schmuckgeldes. Ursprünglich wurden Ringe aus Knochen, vermutlich auch aus Holz und Pilzen sowie Stein (beispielsweise Bernstein) hergestellt; später dann auch aus Bronze, Eisen und Edelmetallen. Bei Ringen bildeten sich im Laufe der Kulturgeschichte die unterschiedlichsten Bedeutungen heraus. Ringe wurden zu Herrschaftssymbolen, ordneten den Träger in Glaubensgemeinschaften ein, dienten rituellen Zwecken wie zum Beispiel der Trauer, oder dokumentierten das gegebene Eheversprechen. Darüber hinaus dienten Ringe auch immer der Selbstdarstellung.

Der Austausch zweier gleichförmiger Ringe besiegelt eine Vereinbarung zweier Menschen. Im Rahmen eines feierlichen Versprechens der Freundschaft oder Liebe werden Ringe getauscht, die anschließend – getragen – das gegebene Versprechen dokumentieren.
Als Symbol der Ehe werden oft zwei Ringe gezeigt, wobei ein Ring durch den anderen geführt ist. Die Ringe können nur getrennt werden, wenn einer davon gebrochen wird („… bis dass der Tod euch scheidet“) und seine kreisförmige, geschlossene Form, die dem Symbol für Unendlichkeit (∞) ähnelt, steht für die Ewigkeit und Verbundenheit.
Bereits die Antike kannte den Trauring. Sowohl die alten Ägypter als auch Römer trugen den Trauring am Ringfinger der linken Hand. Der Grund hierfür war der Glaube, dass eine Ader von diesem Finger direkt zum Herzen und damit zur Liebe führt. Allerdings trugen im antiken Rom nur die Frauen einen Ehe- oder Verlobungsring. Letzterer war meist aus Eisen und galt als Zeichen der Bindung, vor allem aber auch als "Empfangsbestätigung" für die Mitgift.[1] Der Brauch, den Trauring am nach ihm benannten Ringfinger zu tragen, hat sich bis heute erhalten. Während in vielen westlichen Ländern der Trauring am linken Ringfinger getragen wird, ist es im deutschsprachigen Raum (außer in der Schweiz) sowie unter anderem in Norwegen oder Bulgarien üblich, den Ring am rechten Ringfinger zu tragen.
Eheringe sind oft mit Inschriften in der inneren Ringschiene versehen. In antiken römischen Ringen findet man beispielsweise „Pignus amoris habes“ – „Du hast meiner Liebe Pfand“. In heutigen Eheringen sind häufig der Name des Partners und das Datum des Versprechens zu lesen.
Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gab es unter anderem auch goldene Ringe in Form zweier ineinander verschränkter Hände.[2] Seine sakrale Bedeutung in der christlichen Kirche hat der Ehering spätestens seit Papst Nikolaus (um 850). Seitdem galt der Ehering offiziell als Sinnbild der Treue und Beständigkeit und der ehelichen Bindung vor Gott. So wie der Ring keinen Anfang und kein Ende hat, so soll die Beziehung des Paares und der Bund mit Gott ewig währen. Aber erst ab dem 13. Jahrhundert gehört der Ring fest zum kirchlichen Trau-Ritus.
Auch das Judentum kennt einen Hochzeitsring. Hochzeitsringe werden nur zeremoniell genutzt. Während der Trauung wird der Braut ein solcher Ring an den Zeigefinger der rechten Hand gesteckt.