UdK Logo People Projects Information Main Course Search


Spiegelwelten


by Nadine Thieme & Markus Lerner

Concept


Eine Bar unterliegt ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. Sie gehört zum Abend und zur Nacht und verfügt damit über einen eigenen Zeitzyklus. Sie ist ein Ort ohne Tageslicht. Die Helligkeit von Kunstlicht und die Dunkelheit dessen Abwesenheit treffen aufeinander. Farben verändern sich und die Textur der Dinge. Und manchmal erscheinen auch die Menschen anders, wenn sie eine Bar besuchen.
Manets "Bar in den Folies-Bergère" spielt bewusst mit falscher Perspektive. Die Bardame hinter dem Tresen schaut den Betrachter frontal an. Im Spiegelbild, das durch einen Kunstgriff nach rechts verschoben wurde, wendet sich die Bardame ihrem Gast zu, der am Bildrand zu sehen ist.

Der Betrachter des Bildes wird somit in die Rolle des Barbesuchers versetzt.
In klassischen Bareinrichtungen findet sich oft ein großer Spiegel hinter dem Tresen. Wir möchten Monets Gemälde als Zitat verwenden, um mit der Raumsituation zu spielen. An der Bartheke sitzen die Besucher nebeneinander zur Bar gerichtet. Im Spiegelbild würde
sich jeder Besucher frontal gegenübersitzen. Diese Perspektive wird nun scheinbar gebrochen. Anstatt seines eigenen Spiegelbildes sieht man nach einiger Zeit beispielsweise das Spiegelbild eines drei Plätze weiter rechts sitzenden Gastes. Spiegelbilder überlagern sich und trennen sich wieder um weiter zu wandern.


Video sketch



Thanks to Brauerei Lemke, Berlin for the filming permit.